Mandarine auf Torte von Flickr-User Giacomo steht unter CC-Lizenz, Hinweise am Ende des Artikels

Wie kommen Mandarinen in die Dose? Und was hat das mit Natronlauge und Salzsäure zu tun?

Mandarine auf Torte von Flickr-User Giacomo steht unter CC-Lizenz, Hinweise am Ende des Artikels
Mandarine auf Torte von Flickr-User Giacomo steht unter CC-Lizenz, Hinweise am Ende des Artikels

Weihnachtszeit ist Mandarinenzeit – Der Duft der frisch „gepulten“ Mandarinen umgibt einen ständig in der Weihnachts- und Winterzeit – zumindest mich, wenn ich an die Uni und den Hörsaal, an meine Schulzeit oder an Fahrten mit Bus und Bahn denke und selbst esse ich sie auch gerne.

Besucht man am Wochenende die lieben Verwandten, oder isst man in einem Cafè, gibt es Torte mit Mandarinen drauf. – Es ist eben Weihnachtszeit. Aber wo kommen diese Mandarinen her, meistens aus der Dose. – Und wie kommen sie da rein?

Klar, denkt ihr, eine Maschine schält die Mandarinen, teilt sie in ihre Stückchen auf und „stopft“ die sauber geschälten und geteilten Mandarinen in die kleine Dose.

– Richtig, eine Maschine befördert die Mandarinenstückchen in die Dose. Doch habt ihr euch einmal die Mandarinen in der Dose angesehen und mit denen verglichen, die ihr selbst geschält habt? Dann sollte euch aufgefallen sein, dass die Mandarinen, die in der Dose sind, frei von den manchmal, je nach Frische und Qualität der Mandarinen, störenden, teils unangenehmen weißen Häutchen sind, die man per Hand gar nicht so sauber entfernen kann.
Und habt ihr euch weiter schon einmal überlegt, wie die Fabriken das schaffen?

Keuringsdienst van Waarde stellt die Frage nach dem „Wie“

Diese Frage wurde dem niederländischen Fernsehen ausgestrahlten Verbrauchermagazin „Keuringsdienst van Waarde“ im Jahr 2009 gestellt.

Das Magazin ist dafür bekannt, dass sie auf Fragen ihrer Zuschauer genauesten eingehen und so haben sie auch diese Frage angenommen und gelöst.
Zunächst haben die Redakteure der Sendung bei der Vertrieben derartiger Dosenmandarinen angerufen. Diese wollten oder konnten nicht sagen, wie die Mandarinen „gesäubert“ in ihre Dosen gekommen sind.

Man verwies die Redakteure an die Hersteller der Dosenmandarinen. Auf die Rückfrage von Keuringsdienst van Waarde, wie man denn diese Hersteller erreichen könne, erhielt man die Antwort, dass man dies nicht mitteilen dürfe.
Durch weitere Recherchen gelang es dem Verbrauchermagazin dennoch zwei Hersteller von Dosenmandarinen ausfindig zu machen. Hersteller hat sein Sitz in Spanien und der zweite in China.

Die Dosenmandarine aus Spanien

Der spanische Hersteller setzt, bis auf dem Schritt des entfernen der Schale, nahezu komplett auf Maschinen um die Mandarinen in der Dose zu verpacken.
Nachdem die Mandarinen von Hand geschält werden, gelangen sie über ein Förderband an ein Stelle, an der diese per Hochdruckwasserstrahl geteilt werden. Hat die Mandarine diese Passage überschritten, wird sie weiter zu einem Turm befördert. In diesem wird die Mandarine von ihren „Häutchen“ befreit und fällt dann sauber in die Dose.

Was geschieht im Turm?

Was in dem Turm geschieht, so der Mitarbeiter, der einen Redakteur von Keuringsdienst van Waarde durch die Fabrik führte, dürfte nicht gezeigt und gefilmt werden.

An diesem Punkt bleibt es also weiterhin ein Mysterium, wie die Mandarine in die Dose kommt, wie wir sie später auf der Torte essen.

Aber Keuringsdienst van Waarde war ja auch noch in China

Dort werden die Mandarinen nahezu komplett von Hand geschält, geteilt und verarbeitet.
Eine Arbeiterin dort schält pro Tag, der elf Arbeitsstunden hat, für 5 Euro etwa 3500 Mandarinen, die geschälte Mandarine wird dann in einem nächsten Schritt von Hand mit einem Werkzeug, das einer Käseharfe ähnelt, in die bekannten Stückchen geteilt.

Die unbekannte Flüssigkeit

Mandarinen von Flickr-User Norwichnuts steht unter CC-Lizenz, Hinweise am Ende des Artikels
Mandarinen von Flickr-User Norwichnuts steht unter CC-Lizenz, Hinweise am Ende des Artikels

Anschließend werden die Früchte auf ein Fließband über circa 4000 bis 5000 Meter durch eine Flüssigkeit geführt.
Keuringsdienst van Waarde durfte die Flüssigkeit und den Weg zwar aufnehmen, aber auf keinen Fall die Hand in die Flüssigkeit stecken, da ein solches unterfangen ungesund sei.

Aus was die mysteriöse Flüssigkeit besteht, wollte man dem Redakteur von Keuringsdienst van Waarde nicht sagen.

Ihm wurde nur so viel mitgeteilt, dass die Früchte am Ende noch gereinigt werden würden und so für den Verbraucher unproblematisch zu verzehren seien.
So ergaben also weder die Recherchen in Spanien, noch in China noch befriedigendes Ergebnis.

Ein Chemiker klärt auf

Erst wieder in den Niederlanden angekommen, gelang es Keuringsdienst van Waarde mit Hilfe und Erklärung eines Chemikers zu ermitteln, wie die Mandarine von ihren Häutchen befreit wird.
Dies geht, nach dem Schälen und Teilen der Mandarine, eigentlich ganz einfach von Statten.

NaOH, HCl, CaCl und H2O?

Man nehme etwas Natronlauge (NaOH), ihr kennt das in etwa von eurem Rohrreiniger im Bad, diese befreit die Mandarine von ihren Häutchen.

Da man nun eine Mandarine in Natronlauge weniger genießen kann, muss die Lauge neutralisiert werden.
Das macht man am Besten mit einer Säure, in dem Fall HCl.

HCL sagt dem einen oder anderen sicher weniger, wenn ich aber Salzsäure schreibe, werden alle wissen, was gemeint ist.
Heraus kommt also NaOH + HCl → NaCl + H2O

Dabei ist NaCl nichts anderes als Natriumchlorid, oder auch einfach Kochsalz und H2O sollte jedem als Wasser bekannt sein.

Das Ergebnis ist also Kochslz mit Wasser, heißt, da kommt folglich vom Geschmack salzige Wasser heraus.

Der Originalbericht und Fazit

Wenn ihr noch nicht genug habt, habe ich euch den Beitrag noch einmal bei Youtube gesucht und eingebunden. Die Sprache des Beitrages ist Niederländnisch und Englisch. Man sollte ihn auch ohne niederländisch zu können, gut verstehen.

Ich hoffe, euch schmeckt Omas Torte mit Mandarinen aus der Dose, nach diesem Artikel noch genauso, wie sie mir schmeckt und überlasse euch die Bewertung, ob ihr Dosenmandarinen weiterhin verzehren möchtet, oder nicht.

Ich gebe zu bedenken, was man sonst so isst. 😀

Ich wünsche auf jeden Fall guten Appetit und eine frohe Weihnachtszeit!

Und wer den Bericht im Ganzen sehen will, kann dies hier

Dieser Artikel erschien bereits am 11. Dezember 2010 in unserem Blog. Auf Grund der Aktualität durfte er noch einmal erscheinen und wurde leicht überarbeitet.
Bildnachweise:
Die gezeigten Billder stehen unter eine Creative Commons-Lizenz die du hier nachlesen kannst
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