Google Maps Lokalisierung

Sag mir deine MAC und Google weiß, wo dein WLAN wohnt

Google Maps Lokalisierung
Google Maps Lokalisierung

So oder ungefähr kann man das folgende zusammenfassen.
Viele von euch werden wissen, wenn man auf Google-Maps ist, man sich auch ohne ein GPS-fähiges Gerät, wie ein Smartphone mit GPS-Empfang, lokalisieren lassen kann.

Man klickt auf den Kreis über dem orangenen „Streetview-Männchen“ und erlaubt anschließend den Zugriff über den Browser, wird einem oft – wenn man einen (WLAN-)Router benutzt – ziemlich genau der Standort angezeigt, an dem man sich befindet.

Wie geht das? Ist es die IP?

Einige werden sich, wie auch ich es tat, gefragt haben, wie geht das?

Kann man an Hand der IP den genauen Standort identifizieren? – Nein, in den meisten Fällen kann man allenfalls den nächsten Ort zum Verteiler des Anbieters sehen.

Lokalisierung laut IP-Adresse (Geoiptool.com)
Lokalisierung laut IP-Adresse (Geoiptool.com)

In (Groß)städten und je nach Anbieter kann dies mehr oder weniger passen.
Bei mir würde es nie passen. Wenn ich zum Beispiel über geoiptool.com nachsehe, wäre ich meistens in Sachsen oder Hamburg zu finden. – Da wohn ich aber nicht! 😀

Es geht über die MAC-Adresse

Nein, Google und auch andere Dienste verwenden einen anderen „Trick“.

Sie machen euch über die MAC-Adresse (Wikipedia) eures WLAN-Routers, die neben vielen weiteren Daten, die ihr sendet, wenn ihr online seid, ausfindig.

Aber wie kommt Google und andere daran?

Ganz einfach, Google findet euch wohl über eure Smartphones, wie Android- oder auch iOS-Geräten (iPhone, iPad, iPod Touch) mit GPS-Funktion.

iPhone 4 mit Folie
iPhone 4 mit Folie

Wann immer ihr damit online geht und z.B. Google-Maps darauf nutzt und die ortsbestimmenden Dienste nutzt, wird die MAC-Adresse des WLAN-Routers, an dem ihr hängt, an z.B. Google gesendet.

Eine Datenbank sammelt offenbar die Geodaten und MAC-Adresse und kann sie so dann wieder z.B. mit eurem Notebook verbinden, wenn ihr über Google-Maps im Browser den Standort ermittelt.

Natürlich kann dieses auch für andere Dienste genutzt werden, die auf Geodaten aufbauen würden.

Sinn dahinter soll es sein, dass man euch zum Beispiel so interessante Punkte, Geschäfte, was auch immer, auf der Google Maps-Karte anbieten kann – oder natürlich auch ortsbasierte Werbung wäre möglich.

Meine Bestätigung

Dass diese Ortung so funktionieren muss, kann ich an an unserem Router sehen.
Wir haben unseren neuen WLAN-Router (eine Fritz!Box 7390) seid etwa einem Monat.

Ab und zu nutze ich mit dem iPhone ortsbestimmende Dienste und genau dort, wo mein iPhone mich dann per GPS findet, bin ich auch per Google Maps auf der Landkarte zu finden.

Aber es ist nur die MAC-Adresse des Routers zu finden, in dessen Frequenzband das iPhone unseren WLAN-Router nutzt. Die Fritz!Box 7390 hat zwei Bänder, einmal das 2,4-GHz-Frequenzband und das 5-GHz-Frequenzband.
Das iPhone 4 kann aber nur das 2,4-GHz-Band nutzen.

Wie kann ich abfragen, ob meine MAC-Adresse erfasst wurde?

Datenbankabfrage der MAC-Adresse
Datenbankabfrage der MAC-Adresse

Woher ich das weiß? Dass kann man über eine Datenbank abfragen. Man gibt zum Beispiel unter samy.pl/androidmap/ einfach die MAC-Adresse seines (WLAN-)Routers ein und eine Landkarte zeigt einem, wenn man verzeichnet ist, genau wie Google Maps den Ort an, an dem man zu finden ist.

Zwar wird dort angegeben, dass dies Anhand von Android-Smartphones geschehe, aber wie beschrieben, nutze ich ein Apple iPhone 4.

Ähnliches konnten auch Foren-Mitglieder des Hansenet-User-Forums beobachten.

Datenskandal?

Ist das ein Datenskandal? – Nein, sagt zumindest laut Spiegel Online in dem Artikel: „Google weiß, wo Ihr Router stand“ der Informatiker Bastian Königs und schränkt ein, dass es dies nur so sei, wenn diese Daten, wie Google angibt, wirklich nur bei Benutzung von aktiven Tethering über das Gerät geschehe.

Nun muss ich aber sagen, dass ich kein Tethering über das iPhone 4 nutze, sondern unseren WLAN-Router.

Und ob es nun ein Skandal ist, das müsst ihr entscheiden! 🙂

PS: Ich bin kein Techblogger oder Informatiker, also verzeiht mir, dass ich technisch holpern könnte. 😀