Wie wechselt man von Joomla 1.5.xx zu WordPress?

Wie konvertiere ich Joomla zu WordPress – Tutorial

Wie wechselt man von Joomla 1.5.xx zu WordPress?
Wie wechselt man von Joomla 1.5.xx zu WordPress?

Sicher werden sich ein paar Nutzer des Joomla CMS, so wie ich, die Frage stellen, wie man aus Joomla einen WordPress-Blog machen kann. Die Gründe können verschieden sein, doch das Problem ist das gleiche, wie wechselt man, ohne seine bisherigen Artikel und Beiträge zu verlieren und es sollte möglichst einfach sein.
Im Blog-Artikel „Wir sagen “Tschüss” zu Joomla und “Moin Moin” zu WordPress!“ habe ich die Lösung schon einmal angeschnitten, in diesem Artikel möchte ich euch die Lösung als ein Tutorial vorstellen.

Voraussetzungen und Downloads

Zunächst einmal welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?
Ihr benötigt:

  • ein auf eurem Webspace installiertes Joomla 1.5.xx, bzw. der Inhalt der Datenbank eurer Joomla-Installation reicht aus
  • WordPress in der Version 2.7 findet ihr (hier), warum dazu komme ich später noch
  • und den Joomla2WordPress Import Wizard v.3, das ihr hier Laden könnt
  • zumindest ein kleines Grundwissen rund um die Bearbeitung von php-Dateien und MYSQL-Datenbanken
  • einen Editor, mit dem ihr eine php-Datei bearbeiten könnt
  • Joomla-Installation sichern, ebenso die Datenbank, falls wider erwarten doch etwas „schief“ geht.

Vorbereitungen

WordPress 2.7 vorbereiten

WordPress 2.7 Admin-Bereich
WordPress 2.7 Admin-Bereich

Wenn ihr die oben genannten Schritte erfüllt, ladet ihr als nächstes WordPress 2.7 in einem Unterordner (z.B. wpn) auf eurem Webspace, damit eure Joomlaseite zunächst weiter zu erreichen ist.
Eine aktuellere Version höher als WordPress 2.7 geht leider aus dem Grund nicht, dass das Tool Joomla2WordPress Import Wizard v.3, welches ich euch vorstelle, nur bis zu dieser WordPress-Version funktioniert. Dies ist aber nicht weiter problematisch, da ein späteres Update, wenn ihr eure Joomla-Installation zu WordPress 2.7 konvertiert habt, auf die aktuelleste WordPress-Version (derzeit 3.0.4) über die „Bordeigenentools“ von WordPress in aller Regel unproblematisch von Statten geht.
Installiert, nachdem ihr es hochgeladen habt, WordPress bitte in der gleichen Datenbank, in der ihr auch eure Joomla-Installation liegen habt. Durch unterschiedliche Präfixe, sollte dies kein Problem darstellen. Als Hinweis sei mitgegeben, dass die Dateidatenbank die gleiche von Joomla und WordPress sein sollte, da es sonst sein kann, dass es zu Problemen bei der Konvertierung geben könnte. Zumindest ging es mir so, dass ich die gleiche Datenbank nutzen musste.
Wie WordPress selbst installiert wird, darauf möchte ich nicht eingehen. Ich denke, davon finden sich genügend Tutorials im Internet.

Nachdem ihr WordPress 2.7 installiert habt, empfehle ich als erstes dort den hinterlegten Kommentar, der als Beispiel gelten soll, und den Artikel „Hallo Welt“ zu löschen. Falls ihr diese beiden nicht als Beispiele für spätere von euch verfasste Artikel nutzen wollt.

Kategorien in WordPress anlegen
Kategorien in WordPress anlegen

Als nächstes legt ihr in WordPress als Kategorien von Joomla die Joomla „Bereiche“ oder „Kategorien“ an, die ihr in Joomla genutzt habt. Ich habe mich dafür entschieden, die „Bereiche“ aus Joomla als WordPress „Kategorien“ zu nutzen.

Solltet ihr eine „Linksseite“ in eurem Joomla-System nutzen, könnt ihr im Menüpunkt „Links“ eurer WordPress-Installation auch dort noch Kategorien der Links übertragen.

Gegebenenfalls solltet ihr in WordPress noch einen eigenen/weiteren Benutzer als Administrator festlegen, der mit eurem Namen in Joomla übereinstimmt, wenn ihr bei den Artikeln später nicht als „Admin“ bezeichnet werden möchtet. Leider legt WordPress 2.7 als Standard bei der Installation noch den User „Admin“ an.

Joomla2WordPress Import Wizard v.3

In nächsten Schritt, wenn noch nicht geschehen, entpackt die Datei „jooma2wordpress.zip“, die ihr von Joomla2WordPress Import Wizard v.3 heruntergeladen habt.

Joomla2WordPress Import Wizard v.3 config.php bearbeiten
Joomla2WordPress Import Wizard v.3 config.php bearbeiten

Öffnet die Datei config.php einem Editor und passt dort die gefragten Daten an (im Screenshot findet ihr die Übersetzung), also:

  • Datenbankname
  • Datenbankuser
  • Passwort der Datenbank Ort der Datenbank, in aller Regel localhost
  • und die entsprechenden Präfixe von Joomla und WordPress (in aller Regel kann man diese dort so stehen lassen),
  • sowie den Autorennamen in WordPress, Standard ist „admin“, aber wenn ihr im Schritt zu vor einen anderen angeben habt, könnt ihr jetzt auch diesen eingeben.

Nachdem ihr die benötigen Angaben getätigt habt, speichert die Datei bitte wieder in dem gleichen Ordner ab.

Erstellt jetzt auf eurem Webspace in dem Ordner, in dem ihr eure WordPress-Installation liegen habt, eine weiteren Unterordner, den ihr export/ nennt.
Ladet die Dateien config.php und index.php in den Ordner export/.

Konvertierung von Joomla zu WordPress

Joomla2WordPress Import Wizard v.3
Joomla2WordPress Import Wizard v.3

Habt ihr diese Vorbereitungen abgeschlossen, ruft in eurem Browser das folgende auf: http://www.domain.tld/ortwieihrwordpressliegenhabt/export/index.php

Es erscheint die erste Seite des „Joomla2WordPress Import Wizard v.3“. Klickt einfach auf „Step One“, um zu dem ersten Schritt der Konvertierung zu gelangen.

Schritt 1

Joomla2WordPress Import Wizard v.3 Schritt 1
Joomla2WordPress Import Wizard v.3 Schritt 1

Je nachdem, wie ihr eure Artikel aus Joomla konvertieren möchtet, wählt hier entweder den ersten Joomla-Bereiche (Import articles from a whole section) aus (meine Empfehlung, da ich selbst danach auch meine Kategorien in WordPress wählte, siehe oben), oder aus die erst Kategorien (Import articles from just one category), die in WordPress konvertieren möchtet.
Wählt ihr „Import links from just a category“, importiert ihr die Links von Joomla zu WordPress, dieser Schritt empfiehlt sich aber als letzter.

Schritt 2

Joomla2WordPress Import Wizard v.3 Schritt 2
Joomla2WordPress Import Wizard v.3 Schritt 2

Im Schritt Zwei wählt ihr aus, in welche Kategorie von WordPress (Select a WordPress category to import from your section) der gewählte Joomla-Bereich, bzw. die gewählte Joomla-Kategorie konvertiert werden soll.

Schritt 3

Jetzt ist schon das konvertieren für diesen Bereich bzw. Kategorie fast geschafft und das Script übernimmt die Arbeit. Ihr müsst zunächst nur noch zusehen.
Ist das Script fertig, findet ihr am Ende den Hinweis „Finished!“.

Joomla2WordPress Import Wizard v.3 Schritt 3
Joomla2WordPress Import Wizard v.3 Schritt 3

Bestand eure Joomla-Version aus mehreren Bereichen (bzw. Kategorien) und euer zukünftiger WordPress-Blog ebenso, klickt ihr auf „Go back to the beginning“ und geht die Schritte so lange durch, bis alle Artikel zu WordPress konvertiert wurden.

Für die Links geht ihr den gleichen Weg.

Habt ihr alle Artikel und Links konvertiert, löscht den Ordner export und den Inhalt des Ordners wieder von eurem Webspace.

Abschluss

Update von WordPress

Nachdem ihr alle Schritte durchgegangen seid und alle Artikel in WordPress konvertiert habt, solltet ihr zunächst unbedingt WordPress, ich empfehle, wenn ihr könnt, die Bordmittel von WordPress zu nutzen, auf die aktuellste Version von WordPress zu updaten (zum Zeitpunkt dieses Artikels WordPress 3.0.4).

Interneverlinkungen und Bilder

Jetzt kommt allerdings der, wie ich fand, umfangreichste Punkt.
Leider nutzt WordPress ein ganz anderes Linkschema, wie es Joomla benutzte.

Joomla erkannte zum Beispiel bei den Bildern automatisch, dass die Bilder in images/stories/ lagen und verband sie auch so, egal, an welcher Stelle sich der Artikel befand. – Übrigens empfehle ich, den Ordner images/ und seine Unterordner auch bei WordPress zu behalten.

WordPress ist da nicht so, zum einen nutzt WordPress in der Standardinstallation einen anderen Ordner für Bilder (wp-content/uploads/), dies kann man aber ohne Probleme an den Ordner von Joomla anpassen, was ich empfehle, um auch die Bilder aus Joomla weiter zu nutzen und nicht so viele Ordner zu haben. Zum anderen verlinkt WordPress passt WordPress die Links nicht so an, wie Joomla. Liegt ein Bild in images/stories/ und verlinkt es dann (Auszug aus dem Code) <img src=“images/stories/bild.jpg“ />, dann würde man das Bild auf der Startseite von WordPress zwar sehen, aber geht man dann in den Artikel, der zum Beispiel aus Januar 2011 würde das Bild nicht zu sehen sein, da der Link dann <img src=“2011/01/images/stories/bild.jpg“ /> wäre.

Aus diesem Grund müssen die Bilder absolut verlinkt werden, das heißt ihr müsst die Bilder aus Joomla z.B. wie folgt verlinken: <img src=“http://www.euredomain.tld/images/stories/bild.jpg“ />.

Dies müsst ihr in jedem Artikel machen, in dem ihr Bilder in Joomla hattet.

Ladet ihr später Bilder in WordPress hoch, macht WordPress dies bei den neuen Bildern automatisch mit dem Pfad.

Gleiches müsst ihr natürlich auch mit den internen Links machen, dort müsst ihr die Artikel dann mit den neuen Pfaden verlinken. Auch hier empfiehlt sich die absolute Verlinkung.

Schlagwörter (optional)

Wenn ihr die Verlinkungen anpasst, empfiehlt sich im gleichen Schritt auch gleich die Schlagworte für die Artikel in WordPress anzugeben. Dies hat den Vorteil, dass eure Besucher ähnliche Artikel leichter finden.

Das alles wirkt, als sei es viel Arbeit. Je nach Inhalt eurer Joomla-Installation ist es auch ein Unterfangen mehrerer Stunden, aber ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall.

Ich hoffe, allen Wechselwilligen konnte ich mit diesem Artikel ein Stückchen weiterhelfen, relativ einfach, auch als unerfahrener Nutzer von Joomla und WordPress zu wechseln.