In den USA feiern wir einen Tag, der nennt sich Thanksgiving. An diesem Tag sitzen wir in den USA normalerweise zusammen mit der ganzen Familie, vor einem Truthahnbraten, den ich zwar als Vegetarier nicht mitesse, dazu gibt es Cranberrysauce, Sweet potatoes (Süßkartoffeln), Äpfel, Nüsse, Pumkin pie, weiterhin verschiedene Gemüse wie Mais, Squash, sowie grüne Erbsen und danken für all das schöne, welches uns in dem abgelaufenen Jahr widerfahren ist.
Dabei wird dann der Wishbone (das Gabelbein des Truthahns) von zwei Familienmitgliedern in die Hand genommen und dann mit den kleinen Finger auseinander gezogen bis es bricht. Der, der das größere Stück erhält, bekommt einen freien Wunsch fürs nächste Jahr. Es ist traditionell der vierte Donnerstag im November eines Jahres, was, als ich diesen Artikel schreibe, genau gestern, der 26. Nov. 2008 war.
Wie ich schon einmal an anderer Stelle erwähnt habe, feiern auch wir in der Familie diesen Tag normalerweise, wenn auch, bedingt durch die Schule und Internat oft verspätet an dem folgenden Wochenende.
Wir sitzen dann traditionell zusammen und danken in der Runde für all das positive und all das erlebte, dass wir dies erleben durften.
Für was soll ich danken?
Dieses Jahr weiß ich nicht, für was ich danken soll. Habe ich schon gedacht, ich hätte alles schlechte erlebt und bin aus allen Tiefs heraus, wurde ich in diesem Jahr noch einmal eines besseren belehrt.
Ich habe so viele Bezugspersonen in diesem Jahr verloren oder beinahe verloren, die zum Teil mein Leben waren.
Angefangen hat es im Februar mit dem Verlust eines mir sehr bedeutenden Lehrers, dem ich viel in Hinsicht auf die Anschauung der Welt zu verdanken habe, der zu mir stand, auch wenn ich mal einen miesen Tag hatte und mich unterstützte. Kann man dafür danke sagen?
Oder soll ich also dafür danken, dass mein Vater im April einen erneuten schweren Schlaganfall erlitt von dem er sich nur schwerlich erholte?
Für die wichtigsten Menschen, die ich im Jahr 2008 verloren habe?
Soll ich dafür danken, dass einen Monat später überraschend und ohne jede Vorwarnung, zur Entlassung meines Vaters aus der Reha am 15. Mai meine wirklich geliebte Tante Ellen verstarb in Folge eine Embolie, mit der mich so viel mehr verband, als viele Wissen?
Muss ich etwa dafür dankbar sein, dass am 01. Juli mein Bruder Phillip verlor, der mehr als mein Leben war? Dankbar dafür, dass er nicht mehr gegen den Krebs kämpfen konnte und sich das Leben nahm? Dankbar dafür, dass ich nicht zu ihm darf? Dankbar dafür, dass er nie mehr wiederkommen wird, ich immer noch in sein Zimmer gucke und jeden Augenblick darauf warte, dass Phillip rein kommt? Ich ihm endlich wieder in die Arme fallen darf und glücklich ins Gesicht gucken, um ihm zu sagen: "Ich liebe Dich. Du bist mein Leben!" Könntest du zurück kommen, ich würde für dich gehen!
Adobe Flash Player nicht installiert oder älter als 9.0.115!
Ich und Ich: "Wenn ich tot bin"als Erinnerung an alle, die dieses Jahr gegangen sind
Mit meinen Panikattacken, die wieder gekommen sind kann ich leben. Damit, dass ich fast von der Schule geflogen bin auch. Dass es am Anfang des Jahres fast so aussah, als würden wir materiell vieles verlieren, sowieso. Dass ich meinen Freund fast sogar so enttäuscht habe, dass er mich verlassen wollte? Dass ich meine besten Freunde durch meine Dummheit vor dem Kopf gestoßen habe?
Ich könnte vielleicht für dieses sogar dankbar sein, denn es zeigt mir, dass es einen Stärker macht und dass es Menschen gibt, die zu mir stehen.
Euch danke ich!
Ja, euch, Tim, Jan, Kevin, Dennis, Melly, Chris, Olli, Uwe, Benz, Angie, Deike, Sandrah, Felix, Max bin ich dankbar, dass es euch gibt und ihr immer da seid, egal welchen Mist ich wieder einmal gemacht habe. Für euch bin ich dankbar und möchte sagen, dass die Reihenfolge willkürrlich war und keine Auf- oder Abstufung beinhaltet.
Ich bin auch den Menschen dankbar, die mir als Leser dieser Seite E-Mails oder sogar Briefe schreiben und mir Mut zu sprechen. Ich habe mich über jeden einzelnen gefreut und bin für jeden Brief, E-Mail, Message und so weiter dankbar!
Aber ich kann es nicht sein, für die Menschen, die ich für immer verloren oder beinahe verloren habe.
Wenn man dann noch daran denkt, was dieses Jahr in der Welt geschah. - Krisen, dieser Terror, Anschläge, Kriege, Hungersnöte, Gewaltverbrechen, die in ihrer Grausamkeit ihres Gleichen suchen, eine Natur, die vor unseren Augen abzusterben scheint, soziale Härte gegen die schwächsten und Menschen, die bei alle dem einfach noch weggucken können und sich einen "scheiß"[1] kümmern, was um sie geschieht.
Die schlimmsten Tage kommen noch!
Ich weiß echt nicht, wofür ich dankbar sein soll, außer dem erwähnten und den erwähnten Personen. Dieses eigentlich für mich mit wichtigste Fest war in diesem Jahr auch einer der traurigste Tage im Jahr.
Jetzt in dieser Zeit werden noch einige folgen.
Die schlimmsten Tage werden Weihnachten sein und Silvester. Das erste Mal werde ich es ohne Phill feiern. Das erste Mal nicht seine strahlenden Augen sehen, wenn er seine Geschenke aufmacht. Das erste Mal werde ich ohne Phill in New York auf dem Times Square stehen. Das erste Mal werde ich ganz alleine weinen, wenn ich an das vergangene denke. Niemand wird mich mehr rein holen und mir das Lächeln wieder schenken.
Für was soll ich also dankbar sein?
Wenn ihr ans bald nun vergangene Jahr denkt, für was würdet ihr dankbar sein? Ihr findet eine Diskussion hierzu im Forum unter dem Thema "Thanksgiving 2008"
Für Phillip soll dieser Song als Youtube-Video noch einmal sein, der an deine Krankheit erinnern soll.
My Chemical Romance - Cancer
Adobe Flash Player nicht installiert oder älter als 9.0.115!
[1] Ich möchte mich für diesen Kraftausdruck entschuldigen, aber kein besserer konnte dieses Geschehen umschreiben. Es ist ansich nicht meine Art, diese Art der Verbalausdrücke zu nutzen.
Bitte beachte unsere Nutzungsbedingungen und Datenschutzregelungen, die du mit Absenden deines Beitrages akzeptierst. In diesem Zusammenhang möchten wir explizit noch einmal auf die Punkte 3 bis 4 in den Nutzungsbedingungen hinweisen. NYC-Hennes-Welt distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.
In diesem Zusammenhang möchten wir explizit noch einmal auf die Punkte 3 bis 4 in den Nutzungsbedingungen hinweisen.
NYC-Hennes-Welt distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.