Kreis Segeberg

[Update 2011-10-02] Neue Bilder, Beschreibungen und neue Erinnerungen

Ententeich im Herbst 2011Wir haben, bevor meine Eltern für einen Monat in die USA gegangen sind, dann wieder zurück kamen, damit mein Dad auf dem Festland eine Praxis eröffnen kann und wir anschließend nach Fehmarn gezogen sind, in einem kleinen Dorf im Kreis Segeberg gewohnt. Dieses Bild zeigt den Dorfteich der größeren Ortschaft vor unserem Dorf. Die Idylle trügt. Der Teich sah nur an diesem Tag so aus. Normalerweise kann man ihn im Sommer in einem großen Umkreis riechen (der Satz bezog sich auf dieses Bild aus dem Jahr 2008). Aber er soll saniert werden. … Und das seit mindestens vier Jahren… 😉
Evangelische Vicelinkirche St. Jakobi zu Bornhöved… Auch hier gibt es mal wieder ein kleines Update. ^^ Der Teich besitzt seit Oktober oder November 2005 eine Fischtreppe und soll damit als „saniert(er)“ gelten. 😉 Ich war danach an dem Teich, *öhm* er riecht immer noch, bzw. sogar im Winter. *g*

Kirchenschiff der Vicelinkirche St. Jacobi, BornhövedEines der schönsten Punkte in dem Dorf – vor dem unsrigem – ist die Kirche (Bild in Originalgröße), sie ist eine der ältesten Schleswig-Holsteins…
Wenn man in sie hineingeht, dann strahlt diese Kirche etwas ganz besonderes für mich aus. Eine besondere Kraft, ich kann es nicht beschreiben. Ich fühle mich wohl in der Kirche.

Sie, bzw. ihr Kirchenschiff wurde aus Felsblöcken eines „Kalksteinberges“ in der Nähe errichtet. Das gab ihr einst und heute die weiße Farbe der Mauern und man sieht die Fels- und Steinblöcke.
KirchstraßeIst man in ihr drin, so kann man die bewegte Geschichte des Ortes und der Kirche förmlich spüren. Der Duft des alten Holzes ist ein intensiver, aber lieblicher Geruch, den man als Besucher bestimmt gerne in Erinnerung behält.
In diesem „kleinem“ Dorf gibt es auch noch einen netten, kleinen See… Eben ein Dorf…
Und es gibt einen, – na ja, es gibt mehrere, aber auf Grund dessen, dass meine „erste Freundin“ in der Nähe dieser sogenannten Spielstraße lebte, waren wir immer auf diesem Platz.

Hier hielt das erste Mal Händchen…Dort, an der Stelle, an welcher jetzt eine Rutsche steht, standen früher runde Holzbohlen – ja, denke, so nennt man diese – die treppenartig aufstiegen, um auf der anderen Seite wieder abzusteigen.
Auf diesen Holzbohlen saß ich damals öfter mit meiner ersten Freundin und genau dort hielt ich das aller erste Mal Händchen. Sie saß rechts von mir und ich links von ihr. In der Mitte die „höhste“ Holzbohle und darauf unsere Kinderhände in einander verschlungen. Ich glaube, sie und ich waren damals beide 12 oder 13 Jahre alt.

Schaukeln der VerliebtenIm Hintergrund sieht man „unsere“ Schaukel. Wenn wir hier wahren, dann saßen wir auch oft zusammen dort. Ich stupste sie an, damit sie schaukeln konnte, oder aber ich bewies ihr, wie hoch man schaukeln kann.

Ich erinnere mich an eine Situation, da schaukelte ich fast bis zum Überschlag und meine Freundin damals rief immer: „Henne, hör auf. Du überschlägst dich!“ – Ich wollte nicht auf sie hören und schaukelte noch etwas höher. Es kam, wie sie vorher sagte. Ich überschlug mich mit der Schaukel sützte nach vorne und brach mir „nur“ das Handgelenk.
Trotzdem war ich ihr kleiner, mutiger Held, der alles konnte.

Meinen aller ersten Kuss bekam ich auf diesem BaumstumpfMeinen aller ersten Kuss „in Liebe“ bekam ich und gab ich auch, an diesem Baumstumpf rechts. Der sah schon vor acht Jahren so aus, wie er heute noch aussieht.
In diesem Stumpf müsste noch immer unser Herz geritzt sein. Leider konnte ich es nicht mehr wiederfinden, als ich dort war.

Ich habe gerne in dem Nachbardorf gelebt und komme noch immer gerne zurück…

Diese Rubrik wird übrigens immer wieder einmal einem Update unterzogen. 😉


Ramsau

Pfarrkirche St. Sebastian, RamsauAn dieser Stelle werden Bilder aus den Orten meiner jüngsten Kindheit zu finden sein. Einen Augenmerk werde ich dabei auf Ramsau im Berchtesgadener Land nehmen, da wir dort die längste Zeit gewohnt haben. Dies auch der Grund, warum ich dieses „Kapitel“ Ramsau genannt habe.
Bei der Darstellung werde ich aktuelle Bilder nehmen.
Als ich diesen Teil der Rubrik/ dieses Kapitel begann, dachte ich mir noch, dass ich ein paar nette Texte dazu erdenke, die beschreiben, wie Phillip und ich unsere Kindheit in Ramsau erlebt haben und nach dieser eine Auswahl an Bilder online zu stellen.
Und dann habe ich noch einmal überlegt, die schönste Erinnerung war doch die, wie ich sie in der Abschiedsrede zu Phillips Beerdigung hielt.
Ich möchte diese an den Stellen zu Ramsau einfach noch einmal zitieren und werde dazu Bilder auswählen. Dies sollte eine angenehme Lösung sein.

St. Sebastian, RamsauAber zunächst möchte ich noch eine Anekdote los werden, die in den den Abschiedsworten nicht erwähnte. Diese Anekdote handelt von der kleinen Pfarrkirche „St. Sebastian“, in der ich vermutlich gleich einen meiner ersten Fettnäpfchen erwischt habe. Wie ich es auch in der Abschiedsrede tat, möchte ich hier in das „DU“ wechseln, was eigentlich meinen Bruder anspricht.

Erinnerst du dich noch, als wir bei Berchtesgaden wohnten und was wir da alles erlebt haben?
Ich war, glaube ich, sechs Jahre alt, als das folgende geschah.
Die Kirche, wie es oft in katholischen Pfarrgemeinden üblich ist, hat jeden Tag auf. Das heißt man kann in sie immer eintreten, beten und in sich kehren.
Mit sechs Jahren hat man hierfür vielleicht noch nicht so das Verständnis, oder eigentlich hatten du und ich, denn wir wollten in der Kirche beten, als wir mit dem Rad zu ihr fuhren. Damals waren wir noch ziemlich gläubige Kinder. Mama und Papa haben mit uns gebetet. Wir beteten ganz klassisch für unsere Eltern, für unsere Freunde. Irgendwas trieb uns an diesem Tag in die kleine Kirche.
Fels im Hintersee, RamsauWir trugen beide Rücksäcke auf unserem Rücken. In diesen waren unter anderem unsere Getränke verstaut. – Man muss wissen, dass es damals noch üblich war, dass Mineralwasser in Glasflaschen abgefüllt wurde. – Du und gingen also in die Kirche. Du warst so intelligent und nahmst deinen Rucksack ab, stelltest ihn vor deine Füße, als du dich auf eine der Bänke in die vorderen Reihen setztest. Leider habe ich in meinem Temperament nicht daran gedacht, den Rucksack abzunehmen, so setzte ich mich ziemlich unbedacht und forsch hin. Dabei geschah es dann, dass mein Rucksack ziemlich laut auf die Holzbank rumpelte. Ramsauer AcheDieser Knall war durch die kleine Kirche zu hören und unterbrach die bedächtigte Stille.
Mit uns waren ein paar ältere, vermutlich Rentner mit in der Kirche. Sie alle starrten uns erschüttert an und ich hatte Angst, sie würden uns gleich „fressen wollen“. Sie haben sicher gespürt, dass wir keine Katholikenkinder waren, sondern „böse“ Protestanten. Sie haben uns dann nicht gefressen und wir wurden auch nicht aus der Kirche geschmissen, aber mir war die Situation unendlich peinlich. Noch heute denke ich daran, aber wie sagtest du später immer, es war ein „typischer Henne.


Jenner SeilbahnOder erinnerst du dich noch, als du 10 Jahre alt warst, überredete ich dich, dass wir uns den, ich glaube, es war der „Jenner“ vor nehmen und das Gebiet erkunden sollten.
Ohne wirklich klettern zu können und nur aus Wanderungen mit Ma und Pa das Gebiet kennend, trauten wir uns in die Felswand.
Wanderweg in RamsauWir nahmen unsere Räder, erzählten der Nanny, wir würden nur rüber zu Freunden und begaben uns wagemutig und eigentlich völlig unnötig riskant in die Felsen.

An einer kleinen Straße stellten wir unsere Räder ab und am Fuß des Berges begannen wir unsere Entdeckungstour, Zauberwald, Ramsauteilweise konnten wir uns nur mit unseren kleinen Händen in dem Stein halten, es war kein Baum, oder ähnlich zum Greifen da. Seile oder gar Haken hatten wir sowieso nicht. Wenn dann wieder ein Baum, oder ein Vorsprung kam, an dem wir uns halten konnten, zog der eine den anderen hoch. So stiegen wir immer weiter auf, bis wir wieder an einem Weg ankamen.
Zauberwald - KlammDort hörten wir nicht auf, allerdings war dort kein „kahler“ Fels mehr und wir stiegen durch das Gebüsch, Gräser und Felsgestein nach oben.

Irgendwann kamen wir dann eine Stelle, an der es nicht weiter ging und beschlossen wieder abzusteigen.
Dabei haben wir uns einwenig verlaufen, standen vor Abgründen und haben dabei in der Wildnis gelernt, Amerikaner und Japaner trifft man überall.
Wohin? WanderwegschildZu erst trafen wir Amerikaner, die wir dann fragten, wo es nach unten zu dem Weg gehe. Sie gaben uns einen ungefähren Weg, aber waren sich auch nicht sicher. Sie fragten uns, ob sie uns nicht mitnehmen sollten, aber so mutig, wie wir waren lehnten wir ab.
Ramsau HalsalmNach einer ganzen Zeit, wir irrten immer noch herum, kamen uns eine Gruppe Japaner in diesem Gebiet entgegen, in dem man an sich nicht wandern sollte. Auch sie fragten wir und sie gaben uns in gebrochenem Englisch und Karten, die sie dabei hatten, den richtigen Weg nach unten, dabei überließen sie uns einer ihrer Karten.
Ramsauer AcheAls wir an dem Weg zu dem „nackten“ Felsen ankamen und wir an dieser Holzplanke standen, fragten wir uns, ob wir den langen Weg der Straße nach unten zu unseren Rädern nehmen sollten, oder lieber den steilen Weg über das Gestein, den wir schon hoch sind, zurück sollten. Wir entschieden uns, weil es uns kürzer erschien, den Weg über den „kahlen“ Felsen zu nehmen. Anfangs waren da noch ein paar Bäume, an denen wir uns nach unten hangelten und uns gegenseitig beschützten, uns hielten. Dann kam das Gebiet, an dem nichts mehr war und es ging nur nach unten. Teilweise setzten wir uns auf den Po, um langsam runter rutschen zu können, an anderen Stellen, wäre selbst das zu gefährlich gewesen und wir klammerten uns in den Fels.

Ramsau HinterseeNach gefühlten Stunden, kamen wir unten bei unseren Rädern an. Wir guckten den Berg hinauf und waren so stolz, dass wir es geschafft haben.
Voller Freude und Stolz fuhren mit den Fahrrädern nachhause.
Da wir aber wussten, dass es Dad und Mom nicht gefallen würde, was wir getan haben, beschlossen wir, ihnen nichts zu sagen.
Ich glaube, hätten sie es an dem Tag gewusst, was wir getan haben, sie wären sofort mit uns in den Norden gezogen in ein Gebiet, in dem es keine Berge gibt. – Aber das hätte auch nichts genützt.

Zu „Hendriks Orte (New York und unbekannter Herkunft)