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“I’m Not Gay, I’m Just A Sissy” – Schwulenfeindlicher Kalender bei Amazon?!

Screenshot Amazon.de

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Was aus dem Englischen ins Deutsche mit: “Ich bin nicht schwul, ich bin nur ein Waschlappen (Memme)” übersetzt werden kann, ist ein offenbar als homophob einzustufender Kalender mit Zeichnungen, den man weltweit (also auch in Deutschland) bei Amazon kaufen kann und entsprechende Proteste hervorruft.

Der Autor Joe King, der seit dem 11. September 2001 für sich die Bezeichnung “christlicher Karikaturist” gewählt hat und über diesen Weg für sein Land, die USA, kämpfen will, veröffentlicht mit dem Kalender dreizehn Zeichnungen, die jeweils klischeehaft auf Schwule oder auch feminine Männer wirft.

E unterstellt in dem Kalender unter anderem der schwulen Gemeinschaft in der Zeichnung für Februar: “We All Have Aids”, einem Ausspruch, der wohl vor allem in der Community aus den 1980er-Jahren Wunden hinterlassen hat, als man den Schwulen u.a. in den USA vorwarf, sie seien Schuld an der Verbreitung der HI-Viren und ihnen sogar die Behandlung verweigerte.

Der Kalender “I’m Not Gay, I’m Just A Sissy[1] trifft viele, so liest und findet man in den bisher 135 Kommentaren und Bewertungen im US-Amazon-Store 133 ablehnende Kommentare zu dem “Werk” von King.

So fragt sich G. Gadow “TechBear” aus Seattle, Washington, ob es auch lustig gewesen wäre, gingen Kings Ziele gegen Afroamerikaner, Juden, Katholiken oder Frauen.
Gadow ist sich sicher, dass Amazon nicht so “blöd” gewesen wäre, einen solchen Kalender zu verkaufen, aber “warum denn diesen”, fragt er.
Für ihn stehe fest, es mache Amazon in diesem Fall nichts aus, solange sie mit einer solchen Herabwürdigung ein wenig mehr Umsatz machen könnten.[2]

Aber es gibt auch andere Stimmen, um diese nicht zu unterschlagen, in den US-Store von Amazon, um genau zu sein, zwei.
Eric C. Martin “Marty-Mar” aus North Aurora, Illinois empfindet “I’m Not Gay, I’m Just A Sissy” nicht als schwulenfeindlichen Humor, sondern als Satire.[2]

Und Wayne Spalding empfindet den Kalender als “urkomisch” für Leute, die ihre sexuelle Orientierung nicht so verklemmt sehen würden. Er gesteht dem Kalender zu, das dieser Personenkreisen, die nicht dem “normalen Sex” zugewandt seien, als herabwürdigend empfunden würde, aber es wäre wie bei vielen Comics, die mit (Anmerkung gemeint sind wohl: übertriebenen) Zeichnungen Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema ergreifen wollen. (…) Er könne nicht verstehen, dass gerade eine Gemeinschaft, die für Toleranz und Offenheit eintrete, so Intolerant ein Werk gegenüber trete. Es sage eine Menge über diese Personen aus. Man solle mit Selbstironie an dieses Werk gehen.[2]

Auch im deutschen Amazon-Store finden sich bereits 11 Bewertungen und Kommentare, ebenso hier ist die einhellige Meinung ablehnender Natur zu “I’m Not Gay, I’m Just A Sissy[1].

Der Amzon-Kunde Hartmut Fischer “soncaliu” kann zum Beispiel nicht verstehen, wie so ein “homophobes Werk” den Weg in den Shop gefunden habe. Er sei sich sicher, dass “so etwas mit dem Thema “andersfarbige Menschen” oder “Juden” NIE den Weg in den Verkauf gefunden” hätte.
Er appelliert an Amazon, dass diese konsequent bleiben mögen (gemeint ist wohl, dass man konsequent auch den Kalender von Joe King verbannen möge) und gibt den Hinweis, dass es auch noch andere Onlinehändler gebe.

Mit dem letzten Satz stimmt Herr Fischer mit vielen Kommentaren in beiden Amazon-Stores überein, die ebenso darauf aufmerksam machen, dass es neben Amazon noch andere Anbieter auf dem Markt gibt. Andere gehen weiter und drohen Amazon den Boykott an, solange der Kalender nicht aus dem Store verbannt wurde.

(via)

[1] Normalerweise nimmt NYC-Hennes-Welt an dem Amazon-Partnerprogramm teil. In diesem Fall haben wir es für diesen Artikel nicht ausgewählt. Wir möchten aus einem solchen Werk keinen Nutzen ziehen.
Alle Links zu dem Amazon-Artikel “I’m Not Gay, I’m Just A Sissy” sind daher “normale” Links, ohne Affiliate-Marketing.
[2] Zum Teil frei aus dem Englischen übersetzt und ggf. mit Anmerkungen versehen (gekennzeichnet), da eine eins zu eins Übersetzung nicht das Ansinnen des Kommentators wiedergeben würde.

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Kategorie: Schwul und Bi
  • skipper

    Sorry, aber die Kritik ist deutlich überzogen. Man kann doch schon alleine anhand der pointiert marktschreierischen Ausführungen merken, das es sich eher um Satire, denn um eine ernstgemeinte Veröffentlichung handelt. Im übrigen, wer von den Kritikern der Veröffentlichung auf Amazon sich bspw. im Deutschsprachigen Raum schon über diese Veröffentlichung aufregt, der müsste doch spätestens bei einem Besuch der Webpräsenz von Queer.de den Affen kriegen. Jeden Tag einen “schwulen Witz”. Und wo wird da nach Boykott geschrien?

    Siehe:
    http://www.queer.de/witz.php

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