Wenn man nicht mehr kann!

Wenn man nicht mehr kann - Henne im Himmel?

Wenn man nicht mehr kann - Henne im Himmel?

Bevor Ihr diese Zeilen lest, möchte ich noch etwas voranstellen.
Ich werde im folgenden etwas veröffentlichen, was im Zusammenhang mit dem Interview 2007 steht, dort aber nicht angesprochen wird.

Den folgenden Text haben bisher nur wenige im Forum gesehen und dieser Text ist gekürzt und Personen, sowie Ortsnamen wurden abgeändert.

Er entstand in den Tagen vor dem 22. Mai 2007 und spiegelt heute nicht mehr die Endintention wieder, welchen dieser Text ursprünglich besaß.

Ich möchte dazu auch nicht zu viel schreiben und warte lieber Kommentare ab.
Sollte es Kommentare geben, so werde ich darauf und auf Fragen selbstverständlich eingehen.

Warum ich den Text veröffentlichte? Ich habe das Bedürfnis es los zu werden!?

Die Veröffentlichung ist mit meinem Bruder abgesprochen, da ich ihn direkt ansprach, habe ich Phillip gefragt und er war einverstanden.

Der Abschiedsbrief vom 22.Mai 2007

Hallo Phillip,

kleiner Tiga, nicht weinen, ich bin bei Dir – für immer!

Guck mal aus dem Fenster. Scheint die Sonne? Ich hoffe! Lach mit ihr, denn ich bin dort oben und pass für immer auf Dich auf.

Tiga, Dein Freund nennt Dich so, ich weiß.
Tiga, sei mir nicht böse, ich lieb Dich doch. Wein nicht, da oben bin ich wieder glücklich.

Meine traurigen Augen, sie waren leer und ohne Leben, sie sind hier wieder strahlend und erfüllt mit Leben.

Ich habe sehr lange überlegt, wie es wohl wäre, die Zeit zurück zu drehen, noch mal von vorne anzufangen.
- Phillip, nichts wäre anders.
Ich könnte meine Fehler vielleicht beseitigen, doch die Welt wird dies nicht tun.
Noch mal könnte ich die Schmerzen nicht verkraften.

Es sind nicht mal körperliche Schmerzen, die man mir, vielleicht auch ich mir zufügte. Die musste ich nie ertragen. Muss ich zum Glück sagen?

Die seelischen Schmerzen waren viel schlimmer.
Über die habe ich genau nachgedacht. Ich steh das nicht mehr Tiga!

Ich habe seit Wochen Alpträume, wie damals Daddy auf Mom los ging. Ich dazwischen stand, Daddy beruhigte, nicht auf Mom los zu gehen und ich Dich beschützte, dass Du es nicht bemerkst.

Ich habe mich immer gefragt, wie so ein studierter Mensch wie Dad das machen konnte.

Es ist solange her, aber in meinen Träumen war es gestern. Ich wache auf und habe die Angst von damals.
Es tut so weh.

Die Gemeinschaft, als sie bei uns Einzug erhielt, machte alles nur schlimmer.
Die ließ ja nicht mal die Freiheit, die ich brauchte, um zuhause zu vergessen.

Wenn ich dann in der Schule so aufgedreht war, verstanden die Lehrer es nie – diese Ignoranten!

Sogar die Alpträume über “M.”, Du weißt mein Mathelehrer von der 8. bis 10., sind wieder da.

An der ES (Anmerk. für die Leser dieser Seite: das ist eine Abkürzung für die Schule, an der ich bin) war es anders, da war meine Hyperaktivität okay. Dort fühlte ich mich zuhause.

Ich habe auch nachgedacht, was ich bei F. falsch gemacht habe.
Ich dachte an jedes Telefonat mit ihm!
An das Treffen in W., wie sehr ich seine Ablehnung schon dort zu spüren glaubte.

Dann dachte in an den zweiten März im letzten Jahr. Wie mein ganzes Lügenkonstruktum, was ich über Jahre aufbaute, zerbrach.

Ich habe Dad und Mom dafür gehasst, aber das war falsch! Es war meine Schuld, ich habe sie ja verleugnet.

F. schrieb mir mal, ich wollte wohl was besseres sein. – Wie Recht er hat, das weiß ich heute!

Er schrieb weiter, er hätte mich auch so akzeptiert und gemocht.

Okay, da wusste F. noch nicht, was er heute weiß. Ich hoffe aber, es wäre noch immer so und er hätte mich akzeptiert!

Weißt Du, ich wollte mich F. nur erklären und ich kleiner naiver Typ hab gedacht, danach ist alles wie damals.
Wie konnte ich nur!

Nein, das heißt nicht, dass F. daran schuld ist, was jetzt mit mir geschah und ich im Himmel bin!
Was für ein Arsch wäre ich dann?

F. war damals mein Engel der Nacht und das bleibt er für immer.
Er kann nichts für meine Dummheit. F. war der erste, der mir zuhörte. F. war der erste, den ich wirklich mochte!
Ich hätte nie lügen dürfen.
F., wie Du weißt, gab mir kürzlich die Möglichkeit, mich zu erklären.

Trotzdem wird er mir nicht mehr glauben und vertrauen können. Ganz gewiss nicht, nachdem Uwe ihm schrieb.

F. schrieb mir mal, er kenne mich nicht, wüsste nicht, wer ich wirklich sei und könne mir nicht mehr vertrauen, weil ich sein Vertrauen missbraucht habe.

Lange bezog ich es darauf, dass seine Geheimnisse oder was er mir anvertraute nie weitergab – nicht mal dir. Heute habe ich verstanden, dass ich sein
Vertrauen auch damit missbrauchte, dass ich meine Vergangenheit und Gegenwart verschwieg, beschönigte. – Ihn damit anlog!

F. ist so ein wunderbarer Mensch.
Meine Befürchtung damals war zwar, er will, wenn er die ganze Wahrheit wüsste, nichts mehr mit mir zutun haben. Oh man, ich war ein Idiot.

Ein Engel, wie es F. ist, hätte es doch verstanden.

Letztendlich ließ er mich auch erklären. Dass er es nie glauben wird, verstehe ich.

Ich denke gerade an die vielen “Tele” mit ihm. Wie ich mich heimlich im Haus versteckte, damit Daddy und Mom nichts mitbekamen, mit der extra nur für ihn eingerichteten Nummer.
Dann erzählte mir F., wie er sich fühlte oder er schwärmte von W., oder er erzählte über seinen BMW, seine Freunde.
Bei mir kam die Sehnsucht auch wieder so ein Leben zu haben, aber ich hatte auch so eine Angst um ihn – meinen Engel.

Ich vermisse ihn! Ich weiß aber auch, ich habe mich viel zu sehr an ihn gebunden. Mehr gehofft, mehr interpretiert, als was wirklich war. Er war mein bester Freund, umgedreht war ich wohl nicht mehr als ein lästiger Bekannter. Es ist meine Schuld, so illusorisch gewesen zu sein, nicht seine.

F. war es, der mich bat, mich zu öffnen, hätte ich es nur richtig getan. Obwohl es jetzt so wehtat zu hören, dass ich ihn nur genervt habe.
Auch das war meine Schuld, ich hätte es besser wissen sollen, wie man Interesse vorspielt und das nicht jedes Wort ernstgemeint ist.

Ich war dazu zu wenig ein Freund für ihn. Er kannte mich ja nur virtuell und später am Telefon, nachdem ersten Treffen war es ja auch vorbei.

Da sah er mein hässliches Gesicht, meine Stille und war schockiert. Ich spürte es beim Aussteigen aus dem Zug. Wäre ich nur gleich zurück gefahren. – Gott war ich peinlich!

Warum schreibe ich das alles nur rein? Keine Ahnung, F. war einfach mein Held und mein Engel.

Auch wenn ich jetzt so viel von ihm schrieb, geb ihm bitte keine Schuld. Er ist der letzte, der was dafür kann!!!
Bitte informiere F. nie, dass ich jetzt in einer anderen Welt bin! Er darf es nie wissen, hörst Du? Auch wenn ich mir wünschte, er wäre bei meiner Beerdigung dabei.

Ich glaube, ich werde im Himmel sein, von dort werde ich auf ihn blicken, wie er in W. ist und auch auf ihn aufpassen!

W., F. und F., die Orte und Person mit Magie. Ich habe gerade wieder den Geruch des Holzes des Hauses in W. in der Nase, wie wunderbar es doch roch.
Wie wohl ich mich dort fühlte.
Bei ihm zuhause habe ich das erstemal richtig geschlafen.

Ich hätte mir gewünscht, der Tag wäre nie zu ende gegangen.

F. ist nicht schuld, vergiss das nie und er darf nicht wissen, dass es mich nicht mehr gibt!

[...]

Phill, wenn Du Dich alleine fühlst, guck einfach nach oben und denk an mich, dann bin ich bei Dir.

Vertraue Deinem Freund bitte alles an, was er wissen muss. Verschweige ihm niemals etwas! Belaste ihn aber nicht zu sehr.
Wenn er Probleme hat, dann hör ihm zu und egal, was er macht, was passiert, sei für ihn da! Bitte!

Wenn es Dir jetzt schlecht geht, dann ist Dein Freund ganz bestimmt auch für Dich da, genau wie ich.

Ich kenne Deinen Freund, er liebt Dich überalles.

Wenn Du kannst, zieh so schnell es geht zu ihm. Du musst bei Mom und Dad raus, solange die Gemeinschaft ihren Einfluss ausübt!

[...]

Auch wenn sich das alles so Vorwurfsvoll gegenüber vielen klingt, keiner von ihnen ist Schuld an meiner Entscheidung in eine andere Welt zu gehen.

Ich konnte nicht anders. Diese Welt und ich verstanden uns nicht und nur dort kann ich von vorne anfangen.

[...]

Ich hör jetzt meine, wie nennst du sie, Deprimusik, ich finde ja gar nicht, dass sie das ist, gemixt mit Deinem Tokio Hotel (Rette mich, Gegen meinen Willen, Heilig sein, Ans Ende der Welt, Spring nicht). Letzteres läuft gerade!

Tiga, kommst Du je wieder auf die Idee, was ich gerade vollziehe, dann trete ich dich persönlich zurück auf die Erde!

[...]

Tiga, richte allen Freunden aus, die sich so um mich gekümmert haben, mitgelitten, dass sie sich keine Vorwürfe machen dürfen! Es ist mein Wille!
Sie können nichts dafür und hätten es nie verhindern können! Du weißt, wie sturr ich bin!

Bitte sag ihnen, sie sollen nicht weinen! Sie sollen lachen und sich freuen, denn ich bin endlich glücklich!

Tiga, das gilt alles auch für Dich!

Tiga, lach jetzt, ich beobachte Dich.

[...]

Zu meiner Beerdigung habe ich ein paar Wünsche. Bitte sorg dafür, dass Mami und Papi sie einhalten.
Sei jetzt für sie da, trotz der Gemeinschaft werden sie leiden.

Auch wenn Du da weg musst, vielleicht wachen sie heute auf, dann müsst ihr zusammenstehen, für einander da sein. Ich wünsche mir, dass es so ist, damit mein Tod nicht komplett für Euch unsinnig war!

[...]

Kirchenschiff der Vicelinkirche St. Jacobi, BornhövedTiga, bitte, mein Wunsch in meiner Konferkirche in B. die Trauerfeier stattfinden zu lassen, muss erfüllt werden.
Da habe ich mich so wohlgefühlt und Gott war bei mir!

Phillip, sie dürfen mich nicht verbrennen. Ich will in New York in der Familiengruft beerdigt werden. Phillip, da bin ich zuhause in New York. Ich will zuhause liegen, nicht in Deutschland und nicht verbrannt, bitte!

Wie genau alles stattfinden soll, findest Du in meinem Schreibtisch ganz unten in der Schublade unter der blauen Mappe.

Bitte haltet Euch daran!

Vergess nicht meiner Schule Bescheid zu geben. Ich wünsche mir so sehr, dass Herr W., Liane, Anne, Alex, Dr. K., Herr V. und C. da sind.

Wer das genau ist, steht in den Unterlagen.

[...]

Phillip meine letzten Worte.
Ich habe Dich immer geliebt, Du bist wie ich, nur kleiner.

Jetzt habe ich die Ruhe, die ich brauche.

RIP 22.05.2007
Henne

Nochmals zum Verständnis, der Text/ Brief ist vom 22.05.2007 und wie ihr seht, ich lebe noch. ;)

Anmerkung:

Mein kleiner Tiga,
ich hätte nie gedacht, dass du das bist, der vor mir sterben wird.
Ich habe nie gedacht, dass du es bist, der diesen Weg geht.
Oh Phillip, warum?
Ich verstehe es noch immer nicht und werde das wohl auch nie können!
RIP 01.07.2008

Mehr hierzu in den Abschiedsworten zu Phills Tod.


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Über Hendrik Hansen

Ich bin der Besitzer, Eigentümer, Chefredakteur, was auch immer, dieses Blog. Mehr zu mir erfährst du im Punkt "Hendriks Welt" ;)
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Kommentare
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    NYC-Hennes-Welt distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der Kommentatoren wieder.

  • Henne 2. Juni 2010 at 17:25

    Hallo Ines,

    zunächst, ich lebe noch! :)

    Der Abschiedsbrief, um den es in diesem Beitrag geht, war einer, der aus einer Zeit stammte, in der ich diesen Weg gehen wollte.

    Die Anmerkung am Ende dieser Seite betrifft meinen Bruder, der dann etwas mehr als ein Jahr (am 01.07.2008) nach diesem Brief verstarb.
    Diese Geschehnisse sind im Bereich “Phillips Welt” nachzulesen.

    Greetz,

    Henne

  • ines sonnleithner 2. Juni 2010 at 17:09

    ich habe eine frage:ist dieser tod nur ausgedacht oder stimmt es . ich kapier da etwas nicht. henne lebt ja heute noch. wer ist dann gestorben